Gesellschaften Osteuropas
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Schwerpunkte in Forschung und Lehre

Computational Social Sciences betreiben Informationsextrahierung und -verarbeitung, etwa indem Daten aus sozialen Medien oder von Webseiten, aber auch aus Datenbanken und digitalen Archiven, automatisch gespeichert und aufbereitet werden. Hier entsteht Big Data. Die Analyse dieser Daten erfolgt mittels Verfahren wie Text Mining oder Visualisierungen. Damit werden mit algorithmischen Verfahren soziale Phänomene modelliert und analysiert, welche die Forschungen unterstützen und weiterentwickeln sollen. Die CSS tragen zur Entwicklung und Testung von Theorien zu allen Bereichen der Gesellschaft bei. Sie nutzen dafür computationelle Methoden zur Erhebung, Nutzung und Analyse von Digital Data und Forschungsdesigns zur Untersuchung der digitalisierten Gesellschaft.

Forschungsschwerpunkte des Lehrbereichs bestehen insbesondere in der Modellierung von durch digitale Methoden veränderten Forschungsprozessen, der Weiterentwicklung digitaler Verfahren insbesondere für qualitative Methoden sowie der Reflexion der durch digitale Methoden veränderten Epistemologie sozial- und kulturwissenschaftlicher Forschung. Computational Social Sciences sind ein junges Forschungsgebiet, das interdisziplinär betrieben wird. Besonderes Anliegen ist deshalb die Vernetzung und institutionelle Etablierung der Computational Social Sciences, auch in Kooperation mit und gleichzeitig in Abgrenzung von den Digital Humanities. In der Lehre werden Grundlagen der digitalen Methoden, ihrer Anwendung und theoretischen Reflexion ebenso vermittelt wie die Vertiefung einzelner Teilbereiche.

StudioLab Digitale Methoden

Digitale Daten und Verfahren werden in unseren Forschungen immer wichtiger. Um gemeinsam zu diskutieren und auszuprobieren, wie die Nutzung und Weiterentwicklung aussehen kann, lädt der Lehrbereich Computational Social Sciences ein zum StudioLab Digitale Methoden: Im offenen Austausch wollen wir Projekte besprechen, Ideen entwickeln oder weiterdenken und konkrete Zugänge gemeinsam ausprobieren. Dabei werden wir auch diskutieren, wo und wie digitale Methoden in soziologischer Forschung eine Rolle spielen, oder doch eine Rolle spielen könnten. Studierende und Institutsmitglieder mit und ohne konkrete Projekt(ideen) sind gleichermaßen herzlich willkommen.
Wir treffen uns an jedem letzten Freitag im Monat von 14 bis 16 Uhr (also: 30.7., 27.8., 24.9., 29.10., 26.11., usw.). Zunächst finden die Treffen digital statt, wenn möglich wird bald in Präsenz gewechselt. Der Einstieg ist jederzeit möglich. Interessierte melden sich bitte per Mail bei Lina Franken an.
Das StudioLab ist ein offenes Angebot zur Diskussion und zum Austausch, das gemeinsam von allen Teilnehmenden gestaltet wird. Es gilt das Prinzip der flexiblen Verbindlichkeit: Jede:r kann, muss sich aber nicht aktiv beteiligen. Eine regelmäßige Teilnahme ist gewünscht, aber nicht verpflichtend. Es gibt keine Inputreferate oder Lernziele, sondern offene und gleichberechtigte Austauschformate, um gemeinsam zu diskutieren und weiterzudenken.
Das Konzept des Labs lehnt sich an die Doppelbedeutung von Ko-Laborativ an, wie sie von Stefan Beck und Jörg Niewöhner geprägt wurde: “With co-laborative, I mean temporary, non-teleological, joint epistemic work aimed at producing disciplinary reflexivities, not interdisciplinary shared outcomes. The neologism co-laborative conjures up associations with laboratory and experiment as well as with labor.” (Niewöhner 2016, 3). Durch das gemeinsame Arbeiten in einem Labor-Charakter kann immer wieder neu in der Gruppe über konkrete Formate und Inhalte entschieden werden, es wird gemeinsam experimentiert.
Auch Gedanken des Studios gehen hier ein, das insbesondere auf intergenerationelles Forschen in themenspezifischen Räumen abzielt (Franken et al. 2019). George Marcus und Paul Rabinow legen mit diesem Konzept den Schwerpunkt auf die Gestaltung von Zusammenarbeit in einem Design-Format und praxisbezogener Forschung in einem geschützten Raum (Rabinow et la. 2008). Erfahrungen aus dem laufenden standortübergreifenden StudioLab „Arbeit an Arbeit“ sowie dem Hamburger Studio „Digitalisierung und Medialität“, das Lina Franken von 2018 bis 2021 geleitet hat, gehen in die Gestaltung des StudioLabs Digitale Methoden ein.